Kapitalanlagebetrug erkennen – wann sollten die Alarm-Sirenen heulen?

Kapitalanlagebetrüger sind weiterhin unterwegs, zumal die Realität des Vermögenseinkommens bitter ist. Negative Zinsen, hohe Gebühren und Verunsicherungen bei der arbeitenden Bevölkerungen ermöglichen auch 2019, dass Kriminelle abzocken und Vermögenswerte verschwinden. Aber warum ist das so und wie kann ein Normalbürger vermeiden Opfer von Kapitalanlagebetrügern zu werden? Es gibt klare Warnzeichen, die hier dargestellt werden.

Die Realität und Wirklichkeit – Realität der Vermögenseinkommen

Betrüger rufen: Gibt mir Dein Geld, dann wirst Du reich. Also prognostizieren Betrüger ein erhebliches Vermögenseinkommen bei einem Warten. Das kommt den Opfern auch entgegen (der Mensch neigt dazu, das Fleisch der anderen Neanderthaler mit zu vertilgen ohne sich vorher den Anstrengungen einer ausgedehnten und gefährlichen Jagd auszusetzen).

Was ist Vermögenseinkommen?

Das Lexikon sagt: „Das Vermögenseinkommen ist das Einkommen abzüglich der getätigten Ausgaben, das der Eigentümer eines Vermögenswertes oder von nicht produziertem Sachvermögen (Grund und Boden) während des Einkommensbezugszeitraums als Gegenleistung dafür erhält, dass er einer anderen institutionellen Einheit finanzielle Mittel oder nicht produziertes Sachvermögen zur Verfügung stellt.“ Mit anderen Worten: Jemand gibt Geld und bekommt dafür eine Rendite oder Zinsen oder was auch immer.

Das Vermögenseinkommen ist minimal

Laut vorliegender Daten fällt aber das Vermögenseinkommen aktuell in Europa Quelle statistisches Bundesamt

Dort heißt es:

„In jeweiligen Preisen gerechnet waren das Bruttoinlandsprodukt und das Bruttonationaleinkommen im 1. Quartal 2019 u…während das Arbeitnehmerentgelt um 4,7 % höher war als im 1. Quartal 2018, gingen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen um 2,6 % zurück. „

Also gibt es zur Zeit sehr wenig Zinsen ….

Wie kann es also sein, dass Betrüger einen hohen Gewinn in Aussicht stellen?

Bekanntlich schlägt niemand den Markt auf Dauer. Betrüger stellen aber trotz der statistischen Unwahrscheinlichkeit optimistische Töne an. Nun gut: seit Ende des Mittelalters vor 500 Jahren herrscht die Naturwissenschaft. Dann muss ein hoher Gewinn also bewiesen werden. Menschen scheuen das Risiko des Geldverlustes und behalten ihr Geld lieber bei sich. Betrüger behaupten daher: hoher Gewinn bei wenig Risiko.

Hoher Gewinn aber kaum Risiko – gibt es nicht

Beim Prime Bank Betrug (PBB) mit Standby Letters of Credit (SLC), Prime Bank Guarantees (PBG), Prime Bank (-Promissory-) Notes (PBN), (Prime-) Bank Debentures, Mid Term Notes (MTN) und ähnlichen Instrumenten treten regelmäßig die gleichen Betrugs-Charakteristika in Erscheinung:

Die von Prime Bank Betrügern in Aussicht gestellten risikofreien oder nur mit sehr geringem Risiko erzielbaren extrem hohen Renditen in Größenordnungen von 20 bis zu 200 % haben mit der Realität nichts gemein. Bekanntlich sind Rendite und Risiko von Veranlagungen (Investments) sind eng miteinander verbunden: in der Regel birgt ein höheres Risiko mehr Chancen auf gute Renditen, aber auch eine größere Gefahr, Geld zu verlieren. Umgekehrt bedeutet ein geringeres Risiko auch eine niedrigere Rendite. Exorbitante Renditen bei keinem oder nur geringem Risiko sind im realen Finanzmarkt nicht existent.

Realistische Rendite ist immer marktkonform

Um einen Anhaltspunkt/Vergleichsmaßstab (Überblick) zu bekommen, welche Renditen bei geringem Risiko im Zeitablauf am Kapitalmarkt tatsächlich erzielbar waren bzw. heute sind, kann man beispielsweise die Umlaufrendite der Deutschen Bundesbank heranziehen. Die Umlaufrendite der Deutschen Bundesbank bezieht sich auf Anleihen, die in Deutschland begeben wurden, deren Ursprungslaufzeit mehr als vier Jahre und deren Restlaufzeit mehr als drei Jahre beträgt. Die Umlaufrenditen sind vielbeachtete Indikatoren für die Zinsentwicklung und werden häufig als Referenzgrößen in der Rechtsprechung und von der Kreditwirtschaft verwendet.

Die Umlaufrendite schwankt zwischen 0 und 4,5 % pro Jahr. Es wird deutlich, dass in Aussicht gestellte Renditen bei keinem oder nur geringem Risiko völlig unrealistisch waren bzw. sind. Dies gilt selbst vor dem Hintergrund von Renditen besonders spekulativer Anlagen wie Hedgefonds, die gezielt Derivate und sonstige Hebelprodukte einsetzen. Die durchschnittlichen Renditen liegen hier zwischen 5 und 10 % per anno, in sehr guten Jahren bis zu 15 % per anno.

Der Glaube an  Phantommärkte begeistert die Menschen

Um die praktisch risikolosen, exorbitanten Renditen für Anleger glaubhaft darstellen zu können, behaupten Betrüger immer wieder, es bestehe ein geheimer bzw. exklusiver Markt, was unter dem Griff „Phantommarkt“ zusammengefasst werden kann. Diese Behauptung dient einerseits als Begründung dafür, dass nur wenige Privilegierte von diesem Markt wissen und deshalb von den sensationellen Renditen profitieren können. Andererseits schützen sich Betrüger mit dieser Behauptung präventiv vor allfälligen Versuchen einer Überprüfung ihrer Angaben zu den vermeintlichen Geschäften seitens potentieller Opfer. So wird beispielsweise argumentiert, die meisten Bankangestellten wüssten auf Anfrage nichts von diesen Geschäften oder würden deren Existenz gar abstreiten, weil die Bank (insgeheim) selbst von den hochrentablen Anlagen profitiere. Die Kundenberater der Bank stünden auch unter Verkaufsdruck und würden deshalb am liebsten die vergleichsweise unattraktiven eigenen Anlageprodukte der Bank an den Mann bringen?
Die angeblich unerlässliche Geheimhaltung der lukrativen Anlagemöglichkeiten ermöglicht es, potentielle Investoren, welche konkrete Details über die Anlage erfahren möchten, mit einigen allgemeinen Auskünften abzuspeisen. So dispensiert die angebliche Vertraulichkeit die Täterschaft beispielsweise davon, den Opfern konkrete – und damit überprüfbare – Namen allfälliger Geschäftspartner bzw. Komplizen im Ausland zu nennen oder ihnen irgendwelche Bank- oder andere Originalunterlagen betreffend die vermeintlichen Geschäfte vorzulegen.

3. Sicherheit

Betrüger gaukeln ihren Opfern häufig vor, dass das angelegte Kapital hohe Renditen abwerfe, wobei gleichzeitig das Investitionskapital zu 100 % abgesichert sei.

4. Vertragskonstruktionen

Mandats- und Treuhandverträge

Um die fiktiven Handelsgeschäfte real erscheinen zu lassen, werden mit den Anlegern schriftliche Mandats- oder Treuhandverträge geschlossen, welche den Investoren die Teilnahme an den vermeintlichen hochrentablen Geschäften ermöglichen sollen. Die typische Verteidigungsstrategie der Anbieter oder sonst in den Betrug involvierten Personen umfasst daher regelmäßig die Behauptungen:

• Man habe selbst an die Existenz der angebotenen Programme geglaubt.
• Man sei selbst ein Opfer von Betrügern oder unehrlichen Geschäftspartnern geworden.

Speziell für den Abschluss entsprechender Verträge werden von den Kriminellen oder ihren Mittelsmännern teilweise weitere Briefkastenfirmen, sogenannte „Front Companies“ gegründet. Über deren Konten kann später auch das vereinnahmte Geld transferiert und gewaschen werden. Begründet wird dies wiederum mit angeblichen steuerlichen Vorteilen. In Wirklichkeit geht es aber auch hier nur um die Verschleierung des deliktischen Hintergrunds der Geschäfte und den Schutz der Hintermänner vor straf- und zivilrechtlicher Verantwortlichkeit.  Oft werden die für die geschilderten Verträge und Agreements verwendeten Vertragstexte von den Drahtziehern krimineller Anlagegeschäfte mit Bankinstrumenten von „Berufskollegen“ abgeschrieben oder es werden Unterlagen, welche die Existenz der offerierten High-Yield-Anlagen belegen sollen, einfach kopiert und untereinander weitergeben. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass in verschiedenen Fällen immer wieder ähnliche Verträge und Unterlagen sowie immer wieder die gleichen Pseudofachausdrücke. Komplexe Transaktionsstrukturen sind auffällig. Ein maßgebliches Kennzeichen des Betrugs ist die Tatsache, dass die Täter eine eigentlich einfache Kauf- und Verkaufstransaktion in einem umfangreichen Vertragswerk bewusst extrem verkomplizieren, sodass es aus sich heraus kaum verständlich bzw. teilweise sogar schlicht unsinnig ist.

Jetzt das wichtigste: kleine Testlügen, um zu prüfen, ob jemand hereinfällt.

5. Pseudofachsprache

Die ganz überwiegende Anzahl der Anleger ist mit den angebotenen Veranlagungsprodukten in keiner Weise vertraut, zumal es sich um solche mit Auslandsbezug  handelt. Selbst die grundlegenden Funktionsweisen der Geld- und Kapitalmärkte sind zumeist unbekannt. Diese Unkenntnis der meisten Anleger vom realen Ablauf bestimmter Bankgeschäfte und der komplexen Funktionsweise des Finanzmarktes sind gleichsam die Geschäfts grundlage der Prime Bank Betrüger. Es verwundert daher nicht, dass die Betrüger im Zusammenhang mit Bankinstrumenten eine eigene Pseudofachsprache entwickelt haben, die sie in der Anlegerkommunikation verwenden Reale Bank-Fachbegriffe werden mit erfundenen Ausdrücken kombiniert, zu neuen Wortkreationen umgestaltet oder einfach in sachfremdem Zusammenhang verwendet. Mit diesen Pseudofachausdrücken soll potentiellen Opfern der Eindruck vermittelt werden, es ginge um reale Geschäfte. Dabei spekulieren die Betrüger zum einen darauf, dass ihre Opfer mangels Fachkenntnis nicht in der Lage sind, die richtigen Fragen zu stellen und es ihnen zudem peinlich wäre, ihre Unwissenheit durch unqualifizierte Nachfragen zu offenbaren. Zum anderen sind inexistente Fachausdrücke ein geeignetes Mittel, um allzu clevere Investoren von den dubiosen Angeboten fernzuhalten. Auch Sie behaupten irgendwelche Programme oder Dinge, die es nicht gibt. Typisch ist auch hier eine Hoffnungs spendende Bezeichnung.

6. Emotionale Komponente

 

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